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Redaktionsplan: Der rote Faden im Content-Marketing

Auf einem Schreibtisch liegt ein Terminkalender mit einem Stift. Im Hintergrund sind ein Smartphone und eine Tasse zu sehen. Foto: picjumbo / Viktor Hanacek

Wie schreibt man regelmäßig gute Blogartikel und Facebook-Posts? Gastautor Tim Reichel von studienscheiss.de erklärt, wie man sein Business mit einem Redaktionsplan nach vorne bringen kann. Er berichtet von eigenen Erfahrungen und gibt praktische Tipps für die Entwicklung einer Content Strategie.

Wie Sie mit einem Redaktionsplan Ihre Content-Strategie aufs nächste Level bringen

„Redaktionsplan? Brauche ich nicht.“

Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen: Ein Dummkopf!

Seit Juli 2014 betreibe ich einen erfolgreichen Blog und schreibe Artikel. Meine Website wird pro Monat über 70.000-mal angeklickt und über meinen Facebook-Channel erreiche ich im Monat über 1.000.000 Menschen. Tendenz steigend.

Wie ich das gemacht habe?

Ich hatte einen Plan.

Eines habe ich gelernt: Wenn Sie erfolgreich im Content-Marketing sein möchten und wollen, dass die Leute Sie lesen, brauchen Sie einen Plan. Einen Redaktionsplan.

Einfach drauf los schreiben funktioniert nicht.

Ich kenne viele Selbstständige und auch einige Unternehmen, die keine klare Content-Strategie haben und planlos wirken, wenn es um kundenorientiertes Online-Marketing geht. Dabei werden ziellos Blogartikel oder Social-Media-Postings erstellt, die dann willkürlich veröffentlicht und zur falschen Zeit über den falschen Kanal an die falschen Leute gesendet werden.

Das hat zur Folge, dass Follower ausbleiben, keine nachhaltige Reichweite erzielt wird und Potentiale verloren gehen. Diese Probleme sind allerdings hausgemacht und lassen sich mit einem klugen Redaktionsplan beheben oder vermeiden.

Am Anfang meines Projekts habe ich einiges ausprobiert und unzählige Fehler gemacht. Als ich allerdings anfing meinen Content zu planen und mit Redaktionsplänen zu arbeiten, brachte das meinen Blog direkt drei Stufen nach vorne. Heute ärgere ich mich, dass ich nicht eher mit der Planung begonnen habe.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen deshalb, warum ein Redaktionsplan wichtig ist und wie Sie sich selbst einen Plan für Ihre Content-Strategie erstellen können.

Cool oder?

Was ist ein Redaktionsplan?

Ein Redaktionsplan ist das Grundgerüst Ihres Content-Marketings und bildet in einer strukturierten und chronologischen Form Ihre zukünftigen Beiträge ab.

Egal, ob Sie Ihre Blog-Beiträge, Facebook-Posts oder den neuen YouTube-Channel planen: Ein Redaktionsplan unterstützt Sie bei der strategischen Ausrichtung, Zielfindung, Themenbestimmung, Content-Erstellung, Veröffentlichung und Promotion Ihrer Beiträge.

Der Redaktionsplan ist sozusagen der Wegweiser für Ihren Content.

Er zeigt Ihnen, wann Sie welches Thema in welcher Form bearbeiten und veröffentlichen sollen. Damit bringt ein Redaktionsplan Struktur und Sicherheit in Ihre Arbeitsweise und fördert damit gleichermaßen Ihre Produktivität und Kreativität.

Wenn Sie also regelmäßig richtig gute Beiträge mit Mehrwert für Ihre Leser erstellen möchten, kommen Sie um einen Redaktionsplan nicht herum.

Warum ein Redaktionsplan so wichtig ist und warum Sie unbedingt einen erstellen sollten

Ein Redaktionsplan liefert Ihnen nicht nur eine strukturierte Ausrichtung im Content-Marketing, sondern wird die Qualität Ihrer Beiträge und Ihrer gesamten Content-Strategie deutlich verbessern.

Wenn Sie mit genügend zeitlichem Vorlauf festlegen, welche Themen Sie wann bearbeiten, haben Sie stets Ihr Arbeitspensum im Blick, können sich ausreichend Gedanken machen und haben außerdem Zeit, um mega gute Inhalte zu erstellen.

Sie können natürlich trotzdem flexibel bleiben und aktuelle Ereignisse oder Trends aufgreifen. Ein Redaktionsplan ist nämlich kein starres Korsett, sondern vielmehr ein Planungstool, in dem Sie Ihre Möglichkeiten abbilden und optimieren.

Das führt dazu, dass Ihnen nicht die Themen ausgehen und Ihre Content-Strategie nicht ins Leere läuft. Für einen profitablen Blog oder einen erfolgreichen Social-Media-Kanal sind hochwertige Inhalte und Regelmäßigkeit nämlich die wichtigsten Faktoren.

Glauben Sie mir nicht?

Wenn ich Sie bis jetzt noch nicht davon überzeugen konnte, dass ein Redaktionsplan wichtig ist, können Sie sich hier, hier oder hier zu den Vorzügen eines solchen Plans ausführlicher informieren.

Falls Sie also nicht jede Woche von Herzrhythmusstörungen geplagt werden möchten, wenn es darum geht „noch schnell“ einen Blogartikel zu schreiben oder einen witzigen Tweet abzusenden, sollten Sie JETZT einen Redaktionsplan anlegen.

Aber wie sieht so ein Redaktionsplan denn eigentlich aus?

Die wichtigsten Elemente eines Redaktionsplans

Keine Sorge.

Ein Redaktionsplan ist kein Hexenwerk. Und auch überhaupt nicht so abstrakt, wie ich ihn bisher beschrieben habe. Ein kleiner theoretischer Einstieg war an dieser Stelle allerdings notwendig, um Neueinsteiger vernünftig abzuholen und auf einige schöne Grundlagen-Artikel zu verweisen.

Außerdem wurde ich von Ansgar Böttcher dazu gezwungen.

Aber zurück zum Redaktionsplan.

Eigentlich ist es ganz einfach: Sie strukturieren Ihre Ideen, definieren Zieleigenschaften und ordnen den ganzen Kram dann chronologisch.

Damit Sie Ihre Ideen aber clever abbilden können, müssen Sie zunächst die einzelnen Elemente eines Redaktionsplans kennen.

Aus meiner Sicht lässt sich nicht pauschal festlegen, welche Elemente in einen Redaktionsplan hineingehören. Zu diesem Thema gibt es viele Veröffentlichungen aber ich empfehle die folgenden Planungsfaktoren:

  • Grundidee
  • Datum
  • Kategorie
  • Ziel
  • Titel/Thema
  • Beitrags-Typ
  • Autor


Anhand dieser Elemente können Sie einzelne Veröffentlichungen definieren und planen. Diese Posten bilden dann, zeitlich sortiert und mit Zuständigkeiten versehen, Ihren Redaktionsplan.

Und jetzt zeige ich Ihnen, wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen.

Wie Sie Ihren eigenen Redaktionsplan erstellen

Ich stelle Ihnen nun ein 10-Schritte-Konzept vor, mit dessen Hilfe Sie einen eigenen Redaktionsplan entwickeln können. Das Ganze werde ich an geeigneten Stellen mit Beispielen aus meiner täglichen Arbeit bei Studienscheiss veranschaulichen.

Los geht’s!

1. Legen Sie einen Kanal fest!

Zu Allererst legen Sie fest, was Sie genau planen wollen. Bestimmen Sie daher, ob Sie einen Redaktionsplan für Ihren Blog, Ihre Facebook-Seite oder einen anderen Kanal anlegen möchten. Je nach Kanal unterscheidet sich die strategische Planung und Ausrichtung erheblich voneinander, sodass an dieser Stelle eine klare Abgrenzung stattfinden muss.

Ich empfehle daher für jeden Kanal einen eigenen Redaktionsplan anzulegen. Dabei können sich die Inhalte durchaus ähneln oder teilweise identisch sein. Aufbau, Frequenz und Zielsetzung können aber sehr unterschiedlich ausfallen. Dazu später mehr.

Beispiel:

Für meine Content-Strategie habe ich einen Redaktionsplan für den Blog, die Facebook-Seite, das Instagram-Profil und den Twitter-Channel angelegt.

2. Bestimmen Sie ein Ziel!

Egal, was Sie im Leben anpacken möchten: Sie sollten dabei immer ein klares Ziel vor Augen haben!

Genauso ist es auch bei einem Redaktionsplan.

Fragen Sie sich deshalb, was Sie mit Ihrer Content-Strategie bezwecken wollen.

  • Wollen Sie nachhaltige Reichweite aufbauen, Ihre Marke bekannt machen oder auf eine kurzfristige Aktion in Ihrem Online-Shop hinweisen?
  • Erstellen Sie Content, um Probleme zu lösen, zu unterhalten oder Ihr Publikum zu irgendetwas zu animieren?
  • Möchten Sie besonders viele Shares generieren, ein prima Google-Ranking anpeilen oder bestimmte Influencer beeindrucken?

Nur, wenn Sie sich Ziele setzen und eine klare Richtung vorgeben, werden Sie erfolgreich sein.

Beispiel:

In meinem Blog möchte ich hochwertige Artikel erstellen, die ein Problem meiner Zielgruppe lösen. Nach dem Lesen müssen sich meine Leser besser fühlen. Diese Artikel zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr umfangreich und gleichzeitig frech und persönlich sind.

Auf meiner Facebook-Seite möchte ich meine Fans informieren und gleichzeitig unterhalten. Daher poste ich verschiedene Schwerpunkte im Wechsel und ziele durch progressive CTAs und offene Fragen auf eine hohe Interaktivität der User ab. Dadurch generiere ich viele Shares und nachhaltig ansteigende Reichweite. Ich nutze Facebook also als Kommunikations- und nicht als Verkaufskanal.

Insgesamt habe ich natürlich ein übergeordnetes Ziel im Auge: Ich möchte mein Unternehmen und meine Marke innerhalb meiner Zielgruppe bekannt machen. Da ich hoch-erklärungswürdige Produkte vertreibe, müssen meine Kunden im Bedarfsfall an mich denken und wissen, dass ich ihr Problem löse. Mein Redaktionsplan hat also auch eine vertriebs-vorbereitende Funktion.

3. Analysieren Sie Ihre Zielgruppe!

Nachdem Sie jetzt eine Plattform/einen Kanal und Ihre Ziele festgelegt haben, müssen Sie sich unbedingt Ihre Zielgruppe anschauen. Damit Ihre zukünftigen Beiträge später gut funktionieren und auf positive Resonanz stoßen, müssen Sie wissen, was Ihre Zielgruppe sehen möchte.

Mein Tipp: Sehen Sie sich thematisch ähnliche Webseiten/Blogs/Social-Media-Profile an und analysieren Sie, welche Beiträge gut funktioniert und welche so richtig schlecht abgeschnitten haben.

Werfen Sie auch einen ausgiebigen Blick auf die Interaktion:

  • Welche Blogartikel wurden häufig kommentiert?
  • Welche Themen haben großes Interesse hervorgerufen?
  • Welche Postings wurden schlecht bewertet?
  • Welche Beiträge haben viele Shares, Retweets oder Kommentare erzeugt?

Versuchen Sie sich von Erfolgsstrategien inspirieren zu lassen und lernen Sie aus den Fehlern anderer.

Ansonsten: Fragen Sie Ihre Zielgruppe oder Ihre Fans, was Sie gerne in Ihrem Blog lesen würden. Fragen Sie nach Lieblingsthemen oder nach Problemen, die Sie als Experte lösen könnten. Ihre Zielgruppe wird es Ihnen danken…

Erstellen Sie dann ein Profil Ihrer Zielgruppe und überlegen Sie, welche Inhalte relevant und erfolgsversprechend sind.

Beispiel:

Meine Zielgruppe sind Studenten in Deutschland, weiblich und männlich, zwischen 18 – 30 Jahre. (Noch) wenig Einkommen, gebildet, online-affine, mit dem Internet aufgewachsen, gut informiert, kritisch, neugierig, zukunftsorientiert, wollen auf hohem Niveau unterhalten werden.

Ich habe für diese Zielgruppe die folgenden Eckpunkte eines klassischen „Spannungs-Dreiecks“ definiert:

  1. Problemlösung
  2. Information
  3. Humor

Alle Beiträge, die ich erstelle müssen mindestens zwei dieser Punkte abdecken.

4. Finden Sie relevante Themen und Schwerpunkte!

Im nächsten Schritt geht es darum, dass Sie geeignete Themen und Inhalte für Ihre Content-Strategie finden. Da Sie sich im Vorfeld ausführlich Gedanken über Ihre Zielgruppe gemacht haben, sollte es nun ein Leichtes sein, herauszufinden, was Ihre Zielgruppe interessiert.

Falls Sie noch ein paar Denkanstöße brauchen, fragen Sie sich doch mal:

  • Was beschäftigt meine Zielgruppe?
  • Welche aktuellen Themen sind von besonderem Interesse?
  • Welche Inhalte funktionieren auf anderen Plattformen in meiner Branche sehr gut?
  • Wozu gab es bisher positive Rückmeldungen oder Fragen auf meinem Blog/meiner Seite?

Schwerpunktthemen (und geeignete Keywords) lassen sich mit dem Google-Keyword-Planer oder einem W-Fragen-Tool übrigens hervorragend testen. Im Zweifel können Sie Ihre Fans auch einfach fragen, welche Themen sie interessieren.

Erstellen Sie dann eine Liste mit passenden Themen. Oberthemen, Unternehmen, Spezialthemen, Nischenthemen oder Allgemeines: Alles ist erlaubt.

Brainstormen Sie, werten Sie aus, sammeln Sie, sortieren Sie.

Am Ende haben Sie eine Liste mit vielen passenden Themen für Ihren Redaktionsplan.

Beispiel:

Die Themen auf meinem Blog und in meinen Social-Media-Channels richten sich nur an Studenten in Deutschland.

Relevante Themen sind daher: Studium, Studentenleben, Studienorganisation, Ärger an der Uni, Kurioses an der Uni, Humor mit oder über die Uni, Arbeitstechniken, Tipps für mehr Erfolg im Studium, Auslandssemester, Abschlussarbeiten, Studienfinanzierung.

Dazu kommen Spezialthemen wie: Prüfungsrecht, Antragstellung, Rechtliche Probleme im Studium. Aber auch weit gefasste Themen wie: Bildungspolitik, Studenten-Lifestyle, Studieren in anderen Ländern, Einstieg ins Arbeitsleben, Trends aus dem Web.

5. Legen Sie die Art Ihrer Beiträge fest und entwickeln Sie ein Portfolio!

Sobald Sie passende Themen gefunden haben, müssen Sie nun festlegen, in welcher Art Sie einen passenden Beitrag dazu erstellen. Das heißt konkret: Schreibe ich einen Blogartikel zu Thema X oder drehe ich ein kurzes YouTube-Video dazu? Erstelle ich ein lustiges Meme zu Thema Y oder reiße ich das Ganze über einen prägnanten Tweet/Facebook-Post an?

Wenn Sie die Art der Beiträge festlegen, sollten Sie so detailliert wie möglich vorgehen. Am Beispiel eines Blogartikels können Sie beispielsweise zwischen den folgenden Kategorien unterscheiden:

  • Übersichtsartikel
  • sachlichen Fachartikel
  • persönlichen Erfahrungsbericht
  • List-Post
  • Interview
  • Gastartikel

Legen Sie genau fest, wie Sie welches Thema behandeln und präsentieren möchten. Versuche Sie dabei eine schöne Abwechslung zwischen den verschiedenen Arten herzustellen, damit Ihrem Publikum nicht langweilig wird. Auf diese Weise entwickeln Sie mit der Zeit ein großes Portfolio an verschieden Beitragsarten, auf das Sie schon bald spielerisch zurückgreifen können.

Beispiel:

Über meinen Blog und meine Social-Media-Kanäle veröffentliche ich eine Vielzahl an unterschiedlichen Beiträgen: Infografiken, Blogartikel, Videos, Fachartikel aus Online-Magazinen, Gewinnspiele, Memes, Sprüche, Erfahrungsberichte, Interviews gehören unter anderem dazu.

Komplexe Themen, wie zum Beispiel das Anfechten einer Prüfungsleistung, behandle ich in umfangreichen Blogartikeln. Kurzweilige Ideen, wie zum Beispiel den Semesterstart oder die anstrengende Klausurphase, lassen sich prima in grafischer Form (Bild mit Spruch oder Meme) zum Ausdruck bringen. Ich unterscheide dabei, ob ich sachlich informieren oder emotional unterhalten möchte.

6. Legen Sie das Datum der Veröffentlichung fest!

Die wichtigsten Rahmenbedingungen für Ihre geplanten Beiträge stehen nun fest. Im nächsten Schritt überlegen Sie sich genau, wann Sie welchen Beitrag veröffentlichen möchten.

Dazu bietet es sich an einen eigenen Kalender (ein simples Excel-Sheet funktioniert dafür ganz hervorragend) anzulegen und die vorbereiteten Themen dort einzutragen. Zur genauen Zeitplanung gibt es noch weitere Tools und natürlich auch Spezialsoftware. Hier habe ich Ihnen einige Beispiele herausgesucht.

Wenn Sie planen, planen Sie bitte auf den Tag genau und nicht nur nach dem Motto „In KW 44 mache ich was zu SEO“. Das wäre dumm und nicht smart.

Legen Sie immer den genauen Tag und am besten noch die exakte Uhrzeit (Punkt 7) fest, zu der Sie veröffentlichen möchten.

Beispiel:

In meinem Blog gibt es an jedem Wochenende einen neuen Blogartikel zu lesen. Samstag um 17 Uhr veröffentliche ich den Artikel auf meinem Blog und Sonntag um 20 Uhr poste ich dazu auf Facebook und Twitter.

Jeden Mittwoch um 20.05 Uhr poste ich auf meinem Facebook-Channel einen lustigen Spruch zum Thema Studium.

Jeden zweiten Dienstag um 10:15 Uhr erscheint mein Studienscheiss-Newsletter.

7. Finden Sie eine passende Frequenz und den richtigen Zeitpunkt für die Veröffentlichung!

Hand in Hand mit der Festlegung des Veröffentlichungsdatums stellt sich natürlich die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt und der passenden Frequenz, in der Sie Ihre Beiträge vorstellen sollten.

Weil ich Sie nicht anlügen möchte und raten nicht so cool finde: Ich habe keine Ahnung, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ich weiß noch weniger, welche Frequenz für Sie die passende ist.

Beide Werte hängen stark von Ihrer Zielgruppe, Ihren eigenen Zielen, dem jeweiligen Kanal und auch von den Beiträgen ab.

Vielleich erwartet Ihr Publikum jeden Tag ein neues Posting, möglichweise sind zwei Veröffentlichungen pro Woche schon zu viel. An dieser Stelle müssen Sie mutig sein und einfach testen, was wie gut ankommt:

  • Was mag Ihre Zielgruppe?
  • Wann sind Ihre Leser online?
  • Was macht die Konkurrenz?
  • Wie sind die Reaktionen, wenn Sie von Ihrem üblichen Muster abweichen?
  • Finden Sie für Ihre individuelle Content-Strategie die passende Veröffentlichungsstruktur.

Beispiel:

Pro Woche erscheint in meinem Blog ein neuer Artikel. Die Artikel veröffentliche ich am Wochenende und zwar abends zwischen 17.00 und 20.00 Uhr, weil meine Zielgruppe dann länger online ist und die Artikel auch zu Ende liest (Danke GoogleAnalytics!).

Über meinen Facebook-Kanal veröffentliche ich pro Tag 2-4 Postings in 3-4 Stunden Abständen über den Tag verteilt.

8. Berücksichtigen Sie Besonderheiten der Zielgruppe und saisonale Effekte!

Den letzten Schliff geben Sie Ihrem Redaktionsplan, in dem Sie noch zielgruppenspezifische Besonderheiten einplanen. Fragen Sie sich dazu, was Ihre Zielgruppe ausmacht:

  • Welche Themen interessieren meine Leser besonders?
  • Gibt es spezielle Ereignisse, auf die ich Bezug nehmen kann?
  • Welche Art von Beiträgen bevorzugt meine Zielgruppe?
  • Sollten Texte eher lang oder kurz sein?
  • Sollte ich viele Bilder oder maximal eine Infografik benutzen?
  • Wann sind meine Leser häufig online?

Gestalten Sie Ihren Redaktionsplan so individuell wie möglich und orientieren Sie sich dabei immer an den Eigenarten Ihrer Leser. Das macht später den Unterscheid zu Ihrer Konkurrenz aus.

Beispiel:

Meine Zielgruppe mag zum einen informative Texte aber auch kurzweilige Postings zur Unterhaltung, wenn es sich dabei um kluge und moderne Einfälle handelt. Ich mische also meine Postings durch und wechsle meine Themen und Beiträge regelmäßig ab.

Zur Vorlesungszeit sind meine Leser früher online als in der Klausurphase. Während der vorlesungsfreien Zeit schlafen Studenten gerne etwas länger, lernen aber dafür manchmal bis in die Nach hinein. Darum verschiebt sich mein Radaktionsplan in diesem Zeitraum nimmt diesem saisonalen Effekt auf.

9. Planen Sie Zeit für das Promoten ein!

Neben Ihren Beiträgen sollten Sie auf jeden Fall noch Zeit für das Promoten in Ihren Plan einbauen. Beiträge und hochwertige Inhalte erstellen ist nämlich nur die halbe Miete!

Wenn Sie gelesen werden möchten und hohe Reichweiten auf verschiedenen Social-Media-Plattformen erzielen wollen, müssen Sie Ihre Beiträge bekannt machen. Werbung schalten, Teilen in themenrelevanten Gruppen oder Foren und Suchmaschinenoptimierung sind nur einige Maßnahmen, die zur Erhöhung Ihrer Bekanntheit genutzt werden können.

Eines haben diese Maßnahmen aber gemein: Sie machen Arbeit und erfordern Zeit. Und diese Zeit sollten Sie einplanen!

Beispiel:

Für das promoten meiner Beiträge plane ich mindestens genauso viel Zeit ein, wie ich für die Erstellung aufgewendet habe. Manchmal sogar mehr.

Darum habe ich täglich eine halbe Stunde oder mehr Zeit reserviert, die nur fürs Verteilen, Promoten und Bekanntmachen meiner Beiträge zur Verfügung steht. Und das funktioniert ganz gut.

10. Fangen Sie an!

Legen Sie direkt los und erstellen oder optimieren Sie Ihren eignen Redaktionsplan!

Dieses Projekt braucht viel Zeit und wird Ihnen garantiert zwischendurch auf die Nerven gehen. Anfangs werden Sie viel ausprobieren müssen und Ihren Plan bestimmt das ein oder andere Mal umwerfen. Aber so ist das halt!

Ich verspreche Ihnen, dass sich der Aufwand lohnen wird und Sie langfristig enorm von einem klugen Redaktionsplan profitieren werden.

Also los: Fangen Sie an!

Ein Redaktionsplan ist nicht in Stein gemeißelt

Eines noch: Machen Sie bitte nicht den Fehler und denken Sie sich: „So, jetzt habe ich meine Beiträge für die nächsten zwei Monate geplant. Fertig.“

Das ist großer Quatsch.

Ein Redaktionsplan ist kein statisches Konstrukt, welches einmal aufgestellt für ewig halten muss. Ein Redaktionsplan ist dynamisch und lebendig. Sie geben also vielmehr einen groben Rahmen vor und müssen im Detail flexibel bleiben.

Nur so können Sie auf aktuelle Ereignisse reagieren und Trends ausnutzen. Wenn es die Situation erfordert, können Sie von Ihrem Plan abweichen und so das Beste für Ihre Content-Strategie herausholen.

Bleiben Sie also dran: Entwickeln Sie Ihren Redaktionsplan immer weiter. Nehmen Sie Anpassungen vor und bauen Sie Ihre Learnings ein. Content Marketing ist harte Arbeit!

Fazit

Ein Redaktionsplan ist wichtig und der rote Faden Ihrer Content-Strategie.

Wenn Sie einen erfolgreichen Blog oder Social-Media-Kanal aufbauen möchten, kommen Sie um einen Redaktionsplan nicht herum. Nur, wenn Sie Ihre Beiträge strategisch planen, können Sie nachhaltig erfolgreich sein, Reichweite aufbauen und Ihre Zielgruppe glücklich machen.

Und das wollen Sie doch oder?

In diesem Artikel habe ich Ihnen gezeigt, warum Sie einen Redaktionsplan brauchen und wie Sie sich in 10 Schritten einen solchen Plan in Eigenregie erstellen können. Ein Redaktionsplan ist harte Arbeit, erfordert Fingerspitzengefühl und muss dynamisch weiterentwickelt werden. Wenn Sie noch ein Neuling im Content-Marketing sind, ist professionelle Hilfe gerade am Anfang keine schlechte Idee.

Ein Redaktionsplan wird Ihren Kommunikationskanälen Flügel verleihen und Ihre Content-Strategie auf die nächste Stufe bringen.

Probieren Sie es aus – Sie werden nicht enttäuscht sein und eine Menge über sich und Ihre Zielgruppe lernen. Allein dafür lohnt es sich schon.

Fangen Sie an. Los!

Über den Autor

Tim Reichel, Geschäftsführer der Studienscheiss UG (haftungsbeschränkt)Tim Reichel von studienscheiss.de

Tim ist der Gründer von Studienscheiss und bloggt über Uni-Bürokratie, Prüfungsrecht und alle möglichen Aspekte des Studentenlebens. Außerdem arbeitet er an einer großen deutschen Uni als Fachstudienberater. Seit über fünf Jahren hilft er Studenten bei Schwierigkeiten aus der Patsche und kümmert sich um prüfungsrechtliche Probleme.

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Kommentar von Richard Kiefer |

Sehr interessanter Artikel! Content Marketing ist in der Tat harte Arbeit, gerade am Anfang. Ich benutze für mein neues Blog-Projekt auch einen Redaktionsplan und bemühe mich, ihn zu benutzen und zu befolgen.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der erste Schritt tatsächlich sein sollte, einen Kanal festzulegen. Ich organisiere meinen Redaktionsplan story-basiert und wähle den Kanal danach aus, für welchen Teil der Story er sich am besten eignet. So zumindest der Plan, mal sehen, ob es mittelfristig funktionieren wird.

Antwort von Ansgar Böttcher

Es ist natürlich richtig, passend zur Story den richtigen Kanal auszuwählen. Dann ist man aber streng genommen im übergeordneten Themenplan unterwegs. Im Themenplan plant man, welche Themen man abdecken möchte und welchen Kanal man für welches Thema verwendet.

Für jeden Kanal legt man aber einen separaten Redaktionsplan an, um hier zum einen die Produktionsschritte viel detaillierter zu erfassen und zum anderen, um einen besseren Überblick über die Frequenz der Beiträge zu haben.

Wenn man nur themenorientiert arbeitet, besteht ja die Gefahr, dass man einen Kanal vernachlässigt und dadruch Stammleser auf diesem Kanal verliert - schließlich folgt nicht jeder Leser allen Kanälen.

Wenn ich ein paar Wochen lang nur Twitter und Facebook bediene, aber vorher jede Woche zwei Artikel im Blog veröffentlicht habe, dann erwarten die Blog-Stammleser das ich das in gleicher Frequenz fortsetze. Wenn die dann immer wieder nachschauen und es gibt nichts neues im Blog, dann werde ich sie als Stammleser verlieren

Kommentar von Tim |

Hi Richard,
vielen Dank erstmal. :-)
Ich kann deine Argumentation nachvollziehen - finde aber ein zweistufiges System, wie von Ansgar beschrieben, noch besser. Besonders dann, wenn du zwischen deinen verschiedenen Kanälen so krasse Themenunterschiede hast.
Schöne Grüße
Tim

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