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eCommerce Camp Jena 2017 - Treffen der Shop-Entwickler

Eine Fahne vom eCommerce Camp Jena 2017
Foto: © Ansgar Böttcher

Ende letzter Woche fand das fünfte eCommerce Camp Jena in der Ernst-Abbe-Hochschule von Donnerstag bis Samstag statt. Auf der Verstanstaltung im Stil der Web 2.0 Barcamps kommen Entwickler und Integratoren von Onlineshopsystemen sowie weitere eCommerce-Fachleute zusammen. Im Fokus steht der informelle Austausch von Know-how und Erfahrungen.

Das eCommerce Camp im Überblick

Das eCommerce Camp Jena mit dem diesjährigen Hashtag #eccj17 ist so etwas wie das alljährliche Klassentreffen der Shopentwickler-Szene und wird von den Agenturen TRITUM und marmalade organisiert. Neben Entwicklern und Community Managern der Shopsysteme JTL, Magento, OXID und Shopware und Anbietern von diversen Tools, Plugins und Services treffen sich dort vor allem Mitarbeiter von Agenturen, Freelancer und Solopreneure.

Das Schöne an dem BarCamp-Format ist, dass die Teilnehmer das Programm aus Vorträgen, Präsentationen, Workshops und Diskussionsrunden selber bestimmen. Jeder kann bei der Eröffnung des Camps eine Session anbieten, und wenn sich ausreichend Interessierte finden, dann findet sie statt. Die Session selber ist eigentlich immer offen gestaltet, d.h. jeder kann während des Vortrags seine Fragen und Ergänzungen einbringen.

Der einzige Haken bei der Sache: So viele Vorträge und so wenig Zeit. Da meistens vier Sessions parallel stattfinden, muss man sich entscheiden. Im Folgenden berichte ich euch kurz von den Sessions, die ich besucht habe.

Onlineshop Security

In der ersten Session "Dein Shop wurde gehackt und du hast ist nicht gemerkt" von Thomas Lohner von ScaleCommerce ging es direkt um ein heißes Eisen: Onlineshop Security. Thomas erläuterte, woran man erkennt, dass ein Shop gehacked wurde und wie man sich davor schützen kann.

Der wichtigste Punkt: Updates machen! Allzuoft werden Update von Server, PHP, Shopsystem und Plugins aus Kostengründen auf die lange Bank geschoben, dabei sind die Kosten für diese Systempflege immer geringer als die Kosten zur Entfernung von Malware. Im Extremfall muss der komplette Shop neu aufgesetzt werden. So stehen ein paar Stunden für Updates einigen Manntagen für einen Shop-Relaunch gegenüber.

Thomas Lohner

Linkjuice und interne Verlinkungen

Marcus Franke von den Conversion Junkies gab in seinem Vortrag "Technisches SEO – interne Verlinkung bei Onlineshops" einen Einblick in Linkjuice Skulping mit Nofollow und Javascript bis hin zum Siloing und PRG Pattern.

Zugrunde liegt dabei die Idee, die Anzahl der Linkjuice vererbenden Links deutlich zu reduzieren, um den Linkjuice gezielt auf die wirklich wichtigen Seiten zu leiten. Von Siloing spricht man, wenn alle Seiten in einem Themenbereich einer Website oder eines Onlineshops (fast) ausschließlich auf Seiten im gleichen Themenbereich verlinken. Das stärkt die Themenrelevanz der internen Links und wirkt sich so positiv auf das Ranking aus.

Bei der Link-Skulpting-Methode PRG-Pattern werden interne Links, die keinen Linkjuice vererben sollen mit Hilfe von Formularen maskiert. Und so steht die Abkürzung PRG auch für Post-Redirect-Get. Auch wenn PRG-Pattern derzeit ein interessanter und sicherlich wirkungsvoller SEO-Kniff ist, kann ich mich nicht damit anfreunden. Dazu widerspricht er zu sehr meiner Auffassung von nachhaltiger SEO.

Vortrag zum Thema Linkjuice und Crawl Budget

Fucking up Projects

Um die Themen Projektmanagement, Dokumentation und Kommunikation ging es der Session "Fucking up Projects" mit Fabian Blechschmidt. In seinem spaßigen Vortrag zeigt er was man tun muss, um ein Projekt garantiert vor die Wand zu fahren und führte den Teilnehmern damit den alltäglichen Projektwahnsinn vor Augen.

Hauptprobleme sind unterbestimmte Projekte, fehlende Dokumentation, ungeklärte Zuständigkeiten und Nicht-Kommunikation.

Newsletter – Zusammenspiel von Design und Konzept

In gleich zwei Sessions in Folge zeigten Michael Kreuzpeintner und Herbert Hohn von inxmail wie man erfolgreiche Newsletter plant und Mailings durchführt. Als Grundlage sollte zuerst eine Gesamtstrategie und ein Redaktionsplan erstellt werden. Bei den Anmelderformularen sollte man darauf achten, nicht zu viele Informationen abzufragen, da dies zu weniger Leads führt.

Durch eine geschickte Gestaltung der Formulare und Automations lassen sich im Nachhinein die Daten der Newsletterempfänger weiter anreichern. Wichtig dabei: Immer erklären, warum man welche Daten erhebt.

Beim Newsletter-Design sollte die Darstellung des USP die oberste Priorität sein. Was macht das Unternehmen aus und was unterscheidet es von seinen Mitbewerbern. Dabei helfen eine klare Bildsprache und Inhalte, die auf den Punkt kommen.

OXID und Plugin Installation mit Composer

Stefan Moises und Tobias Merkl von Shoptimax stellten in der Session "Composing Shops - Modulinstallation und andere coole Composer Features (auch) für den OXID eShop" ihren composer-basierten Modul Manager ioly vor.

Der Composer ist ein Paketmanager für die Programmiersprache PHP und wird über die Kommandozeile ausgeführt. Mit ihm kann man ausgehend von einem Rezept eine PHP-Anwendung inklusiver aller Abhängigkeiten und Erweiterungen automatisch installieren. Das ist inbesonderen für das Deployment von Testumgebungen und Standard-Installationen interessant, da man damit viel Zeit sparen kann und weniger Fehler passieren.

Composer kommt unter anderem schon bei Contao 4 zum Einsatz und wird vermutlich auch bei OXID ab der Version 6 eingesetzt.

Autor werden – Wie man einen Verlag für seine Buchidee begeistert

Michael Keukert von AIXhibit berichtete in seinen Vortrag "Autor werden" von seinen langjährigen Erfahrungen als Fachbuchautor. Dabei zeigt er nicht nur, wie aus einer Idee ein Buch wird, sondern gab auch interessante Tipps zum Umgang mit Verlagen. Außerdem stellte er die Vor- und Nachteile von Selfpublishing und einer Veröffntlichung bei einem Verlag gegenüber.

Sein wohl wichtigster Hinweis aber war: Traut euch, einen Verlag anzusprechen. Fachbuchverlage sind immer auf der Suche nach guten Autoren mit interessanten und aktuellen Buchideen.

Fachbücher über IT-Themen sind gefragt

Landingpages & Conversion Optimierung

Im Vortrag "Conversion Optimierung von Landing Pages" erläuterte Linus Mimietz von TRITUM anhand von Beispielen die Grundprinzipien für die Gestaltung von Landingpages.

Die Zeit zwischen den Sessions nutzen viele für den persönlichen Erfahrungsaustausch

Visual Prototyping

Eine der letzten Sessions hielt Tobias Günther von elaspix zum Thema "Visual Prototyping - wie einen Shop/App/Site testen, bevor dieser gebaut wurde". Er erklärte den Einsatz von Skizze, Mockup, Wireframe, Papierprototypen und die Anwendung von High- und Low-Fidelity Prototypen.

Wichtigster Tipp: fail fast, fail often. Der Kunde soll möglichst schnell einen Eindruck davon bekommen, was sein Shop oder seine Websirte kann und was er nicht kann. Durch "hässliche" Prototypen erreicht man, dass Kunde, Designer und Entwickler nicht aneinander vorbei reden und möglichst früh eine genaue Vorstellung vom Endprodukt bekommen.

Je früher ein Fehler erkannt wird, umso weniger Kosten verursacht er

Fazit

So breit wie das Themenspekturm, so tief und handfest waren die Inhalte und Erkenntnisse, die sich aus den Vorträgen und Diskussionen ergaben. Ich habe viel mitgenommen und freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr in Jena!

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