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Facebook: Engagement Bait kostet Reichweite

Facebook geht ab sofort stärker gegen Spam-Posts vorgehen, bei denen User zu Interaktionen wie Likes, Shares und Kommentaren aufgefordert werden. Facebook verringert die Reichweite von Personen und Seiten, wenn ihre Beiträge auf Engagement Bait basieren.

Was ist Engagement Bait

  • Vote Baiting: "Was ist dein größter Vorsatz für das neue Jahr? Wow für mehr Sport treiben, Herz für neu verlieben, Haha für beruflich durchstarten, Like für einen Neuanfang wagen."
  • React Baiting: "Like, wenn auch dafür bist, dass xyz"
  • Share Baiting: "Teile diese Beitrag mit 10 Freunden, wenn du ein iPhone X gewinnen willst."
  • Tag Baiting: "Markiere einen Freund..."
  • Comment Baiting: "Schreibe YEAH! in die Kommentare, wenn du Thema XY super findest!"

Was ist der Hintergrund?

Posts wie "Klicke auf Gefällt mir, wenn Du auch für XY ist" werden bisher von vielen Facebook-Seiten verwendet, um möglichst viele Interaktionen zu provozieren. Eine hohe Interaktionsrate wird vom Facebook-Algorithmus mit einer höheren Reichweite belohnt.

Facebook nimmt intern für jede Person und jede Seite eine Relevanzbewertung vor. Wer mit seinen Beiträgen viele Interaktionen (englisch: Engagement) auslöst, dessen Relevanz wird höher bewertet als Personen und Seiten, die mit ihren Beiträgen nur wenig Resonanz bei ihren Fans erzeugen. Facebook möchte so erreichen, dass User möglichst nur für sie relevante Beiträge sehen.

Prinnzipiell ist es also gut, wenn du Beiträge veröffentlichst, die von vielen deiner Fans kommentiert oder geliked werden. Doch wenn du dabei den Bogen überspannst und spammy wirst, indem du deine User förmlich zu Interaktionen drängst, dann wird Facebook das ab jetzt bestrafen.

Wie bestraft Facebook Engagement Bait?

Die Reichweite von Beiträgen, bei denen Egangement Bait Taktiken verwendet werden, wird massiv sinken. Dies wird auch Auswirkung auf die globale Reichweite von Personen und Seiten haben. Das heißt, nicht nur dein Engagement Bait Post hat eine geringere Reichweite, auch die organische Reichweite aller deiner folgenden Posts wird sinken.

Sind Aufforderungen zu Kommentaren nun ganz verboten?

Nein. Facebook sagt ausdrücklich, dass Fragen nach Hilfe, Meinungen, Kommentaren, Empfehlungen und Tipps etc. weiterhin erwünscht sind und nicht durch den Egagement-Bait-Filter bestraft werden.

Auch sind Spendenaufrufe und Crowdfunding Kampagnen sowie Post a la "Die kleine Chrinstine wird vermisst, bitte teilen!" weiterhin erlaubt.

Mehr dazu erfährst du in Facebooks Richtlinien für Herausgeber im News Feed.

 

Foto: © Bildagentur PantherMedia / gustavofrazao

Fazit

Ein Aufschrei geht durch Teile der Facebook Marketing Community und viele lamentieren, es sein nun gar nichts mehr erlaubt. Doch ich finde die Entscheidung von Facebook nachvollziehbar und richtig.

Einige Seitenbetreiber haben bisher mit nervigen Posts die Facebook-Relevanzbewertung ausgenutzt und sich so eine höhere Reichweite verschafft. Eine Reichweite, die sie gemessen an der Qualität ihrer Beiträge nicht verdient haben. Dem hat Facebook nun einen Riegel vorgeschoben.

Facebook geht es um die Hardcore Clickbait und Engagement Bait Spammer. Diese werden nun knall-hart abgestraft. Der durschnittliche, sauber arbeitende Seitenbetreiber hat nichts zu befürchten.

Wenn du gute, hilfreiche, interessante und spaßige Beiträge verfasst, die zu deiner Zielgruppe passen, dann bekomst du Interaktionen, auch ohne deine Fans dazu zu überreden. Begeistere deine Fans - dann kommen Kommentare, Likes und Shares von ganz alleine.

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