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Kauf auf Rechnung jetzt auch mit Paypal Plus

Paypal bietet jetzt auch den Kauf auf Rechnung an. Das verkündete das Unternehmen unlängst in der Fachpresse. Aber erfüllt der neue Paypal Plus Service wirklich die Erwartungen der Shopbetreiber und Kunden?

Paypal übernimmt die Abwicklung

Das wurde aber auch Zeit, denn viele Kunden in Deutschland wünschen sich den Rechnungskauf als Bezahlmethode. Insbesondere Unternehmen zahlen gerne auf Rechnung, da nicht jeder Mitarbeiter über einen Zugang zum Konto oder zur Kreditkarte verfügt. Laut Paypal sollen Kunden den Service ohne eine Anmeldung bei Paypal nutzen können.

Der Shopbetreiber erhält sein Geld unmittelbar nach dem Kauf auf seinem Paypal-Händerkonto gutgeschrieben. Paypal übernimmt den Verkäuferschutz und die gesamte Abwicklung inklusive Mahnwesen und Inkasso bei Zahlungsausfällen.

Ab wann ist der Paypal Rechnungskauf verfügbar?

Paypal schreibt auf der Paypal Plus Website:

"Der Rechnungskauf steht technisch seit Mitte September zur Verfügung, kann aber noch nicht jedem Händler angeboten werden. PayPal setzt sich mit Ihnen in Verbindung, sobald der Rechnungskauf für Ihren Shop zur Verfügung steht."

Konkret heißt das wohl, dass der Rechnungskauf zunächst nur von ausgewählten Großkunden genutzt werden kann. Bis schließlich jeder Paypal Geschäftskunde diese neue Zahlungsart anbieten kann, wird es vermutlich noch ein paar Monate dauern.

Anbindung an Onlineshop

Paypal Plus gibt es schon seit Anfang diesen Jahres. Für Onlineshops mit Oxid, Shopware und Magento gibt es bereits entsprechende Integrationen und Connectoren. Bisher natürlich ohne die Option Kauf auf Rechnung. In Kürze soll dort dann auch der Kauf auf Rechnung möglich sein - vorrausgesetzt das Paypal-Händlerkonto ist dafür freigeschaltet. Weitere Onlineshopanbieter wie JTL, xt:commerce, Plentymarkets und ePages wollen in den nächsten Wochen und Monaten die Paypal Plus Integration anbieten.

Einschätzung

Es wird sich zeigen, wie gut Paypal die Umsetzung gelungen ist und ob der Rechnungskauf per Paypal von den Kunden angenommen wird. Sollte sich diese Zahlungsmethode etablieren, dann wäre dies eine gute Alternative zu Klarna. Der deutsche Zahlungsanbieter Klarna bietet schon seit ein paar Jahren den Kauf auf Rechnung und sogar die Zahlung in Raten an.

Dennoch sehe ich den Kauf auf Rechnung per Paypal eher kritisch. In der Praxis muss sich zeigen, wie der Kauf ohne Paypal-Konto angenommen wird. Denn Sie ahnen es: In Unternehmen gibt es nicht viele Mitarbeiter, die Zugang zum Paypal-Konto des Unternehmens haben. Darüber hinaus sind die privaten Kunden, die sich den Kauf auf Rechnung wünschen oft dieselben, die nicht gerne Paypal benutzen. Und das unabhängig davon, ob sie sich dafür nun anmelden müssen oder nicht.

Fazit

Will man seinen Kunden den Kauf auf Rechnung ermöglichen, dann kommt man im Endeffekt nicht darum herum, diese Zahlungsmethode nativ im Shop anzubieten, also ohne einen Zahlungsanbieter dafür zu nutzen. Die Einbindung von Paypal oder auch Klarna kann nur ergänzend Sinn machen oder allenfalls als Kompromiss genutzt werden, um wenigstens einem Teil der Kunden den Rechnungskauf zu ermöglichen.

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Kommentar von Tim |

Hallo Ansgar,

eine schöne Einschätzung zu dieser neuen Zahlungsmöglichkeit. Ich hatte für meinen eigenen Online-Shop auch die verschienden Zahlungsarten analysiert und mich dann dafür entschieden, KEINEN Kauf auf Rechnung anzubieten. Klarna war aber noch die beste Alternative dazu.

Wie viele verschiedene Zahlungsmöglichekiten würdest du anbieten? Ich habe mal gelesen, dass man nicht zu viele anbieten sollte...

Viele Grüße
Tim

Antwort von Ansgar Böttcher

Hallo Tim,

Laut der ECC-Studie 2014 bieten Online-Händler im Schnitt derzeit 5,1 Zahlungsverfahren an. Deutliche Spitzenreiter sind Paypal, Rechnung, Lastschrift und Kreditkarte.

Welche Zahlungsarten und wie viele optimal sind, hängt natürlich stark vom Onlineshop, bzw. den Kunden und der Zielgruppe ab. Zum Beispiel ist die Zahlung auf Rechnung in der Altersgruppe 55+ nach wie vor sehr beliebt.

Früher hieß es überspitzt formuliert: Je mehr Zahlungsmöglichkeiten man anbietet, desto weniger Kaufabbrüche hat man im entsprechenden Schritt im Checkout. Mittlweile hat sich aber auch herauskristalisiert, dass dieser Effekt ab etwa fünf Zahlungsmöglichkeiten nicht mehr relevant ist.

Auch muss man dabei berücksichtigen, dass bei der Einbindung einer neuen Zahlungsart Verschiebungen in den Nutzerzahlen der verschiedenen Zahlungsarten auftreten. Wenn ich neuerdings die Zahlung auf Rechnung anbiete, dann zahlen in der Folge weniger Leute per Vorkasse oder Paypal. Da sollte man genau analysieren, ob das keine unerwünschten Nebeneffekte hat.

Aus meiner Sicht ist heute Paypal eindeutig Pflicht, zumal die Kunden bei Paypal ja wählen können, ob der Betrag vom Konto oder der Kreditkarte abgebucht wird. Je nach Branche und Zielgruppe ist die Zahlung auf Rechnung wichtig. Die Lastschrift sehe ich kritisch, weil sie vergleichsweise aufwendig und Risiko-behaftet ist. Da würde ich eher die SOFORT-Überweisung einbinden. Die Vorkasse ist außerdem interessant, sofern man das gehandelt bekommt.

Beste Grüße
Ansgar

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