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WooCommerce optimieren Teil #6: Wann ist ein CDN sinnvoll?

Ein Content-Delivery-Network (CDN) kann dir dabei helfen, die Ladezeit deines Onlineshops zu verringern. Aber nicht immer ist der Einsatz eines CDNs notwendig. Erst wenn du weißt, welche Funktionen ein CDN übernehmen kann und welche nicht, kannst du entscheiden, ob ein CDN für deinen WooCommerce-Shop sinnvoll ist.

Wie funktioniert ein CDN?

Ein CDN sitzt – ähnlich wie ein Cache – zwischen Deinem Onlineshop und den Besuchern. Wenn jemand deinen Shop besucht, dann lädt er die Seiten, Bilder usw. nicht direkt von deinem Webspace, sondern vom nächsten Server des CDN. Das CDN speichert also alle Seiten und Dateien zwischen und entlastet so dein Webhosting.

 

Vorteil #1: Kürzere Wege - kürzere Ladezeiten?

Zu einem CDN gehören ca. 150 bis 300 Server, die über die ganze Welt verteilt sind. Bei Cloudflare sind es derzeit 165. Wenn zum Beispiel jemand aus Süddeutschland deinen Shop besucht, dann lädt er die Daten von dem Server herunter, der ihm am nächsten ist, also wahrscheinlich aus München, vielleicht aber auch aus Frankfurt. Greift jemand aus Norddeutschland zu, dann lädt er die Daten von einem Server aus Hamburg oder Schweden. Durch die verkürzten Wege verringert sich die Ladezeit.

Onlineshops in Deutschland

Und jetzt siehst du schon: Innerhalb von Deutschland kann das nur mäßig funktionieren. Cloudflare betreibt in Deutschland zwar Server an fünf Standorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München), aber die Abstände betragen nur wenige hundert Kilometer. Deutschland ist ein kleines Land, und deshalb sind die Vorteile bei der Ladezeit auch nur gering.

Wenn Du sonst keine anderen Optimierungen vornimmst, kann Dir ein CDN einen satten Geschwindigkeitsvorteil bringen.

Aber bei einem gut optimierten Onlineshop und einem sauber konfiguriertem Caching-Plugin bringt der Einsatz eines CDN meistens nur Ladezeitverbesserungen in der Größenordnung von 10 Prozent. Und das auch nur im direkten Vergleich mit Pingdom.

Wenn man dann mal bei Google Analytics reinschaut und sich die Statistik zur Seitenladezeit ansieht - also die echten Ladezeiten, so wie sie die Besucher tatsächlich erleben – sieht man oft gar keinen messbaren Effekt.

Internationale Onlineshops

Wer international aufgestellt ist, für den ist der Effekt größer. Alleine die Entfernungen in den USA sind riesig. Und ob ein Kunde aus dem Westen der USA seine Daten von einem deutschem oder einem Server im Westen der USA herunterlädt, macht einen gewaltigen Unterschied.

Für internationale Onlineshops ist der Einsatz eines CDN deshalb in der Regel sinnvoll.

 

Vorteil #2: Lastspitzen abfangen

Ein CDN verteilt die Last auf viele verschiedene Server. Auch wenn sich die Ladezeit für einen deutschen Shop nur wenig verbessert, so kann die Verbesserung der Performance beträchtlich sein.

Wenn in Stoßzeiten viele Besucher gleichzeitig in deinem Shop unterwegs sind, dann sorgt ein CDN dafür, dass der Server nicht überbelastet wird. Die Ladezeit konstant niedrig. Du kannst besser skalieren und brauchst Dir keine Sorgen zu machen, dass Dein Shop bei zu großer Last zusammenbricht.

Letztlich kann ein CDN Kosten für das Hosting einsparen, da der Server deutlich weniger Anfragen selbst verarbeiten muss.

 

Vorteil #3: Schutz gegen DDoS-Angriffe

Oft wird als Vorteil eines CDN angeführt, dass es Dich zuverlässig gegen Denial-of-Service-Attacken und Hackerangriffe schützen (https://www.cloudflare.com/de-de/ddos/ ) kann. Allerdings musst du schon etwas tiefer in die Tasche greifen, um davon zu profitieren, denn in den Basis-Tarifen ist dieses Feature in der Regel nicht enthalten.

 

Vorteil #4: Bild-Komprimierung

Wie schon im Artikel über die Bild-Komprimierung erwähnt, gibt es bei manchen CDNs die Option, dass alle Bilder automatisch komprimiert und optimiert werden.

Bei Cloudflare steht im Pro-Plan mit Polish eine Funktion zur Bildkomprimierung bereit, die sogar das fortschrittliche WebP-Format unterstützt. Dadurch können die Bilddateien im Vergleich zu JPEG deutlich verkleinert werden.

 

Nachteil #1: Ein CDN ist nur eine Teillösung

Ein CDN kann nur die Ladezeit und die Performance von den Teilen deines Onlineshops verbessern, die für alle Nutzer gleich sind. Dazu zählen:

  • Alle statischen Seiten wie Startseite, Über uns, Versandinfos, Blog etc.
  • Kategorie- und Produktseiten

Wenig Effekt hat ein CDN auf Seiten, die für jeden Nutzer anders aussehen:

  • Warenkorb
  • Checkout
  • Kundenbereich

 

Das heißt: Auch wenn du ein CDN nutzt, musst du dich trotzdem um die weitere Ladezeit- und Performance-Optimierung Deines Onlineshop kümmern. Sonst können Deine Kunden zwar fix durch Deinen Shop stöbern, aber sobald es in den Checkout geht, wird es lahm. Dann springen viele Kunden während des Checkouts ab und du verlierst bares Geld.

 

Nachteil#2: Die Kosten

Die Preise für ein CDN liegen in der Größenordnung von 20 bis 200 Euro pro Monat. Je nachdem, welchen Funktionsumfang man benötigt und wie viel Traffic man darüber abwickeln möchte. Zusatz-Features kosten extra.

 

Für wen ist ein CDN sinnvoll?

Vorausgesetzt, du verwendest einen einigermaßen optimierten Onlineshop und Caching in einem guten Shared Hosting (kein Massenhoster), dann kann dein Shop in der Regel auch ohne CDN mühelos bis zu 200.000 Besucher und hunderte von Käufen pro Monat bedienen, ohne dabei in die Knie zu gehen.

Wenn du dich nur an deutsche Kunden richtest, dann lohnt sich ein CDN meistens nicht.

Hat dein Shop dagegen mehr als ein paar hunderttausend Besucher pro Monat oder wendest Du Dich an ein internationales Publikum, dann kann sich ein CDN für Dich lohnen.

 

Fazit

Lass dich nicht blenden: Der Einsatz eines CDN klingt nach einer verlockenden Abkürzung. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Ein CDN sollte einer der letzten Schritte auf dem Weg zu kurzen Ladezeiten und einer hohen Performance deines WooCommerce Shops sein. Es kann als oberste Schicht wichtige Funktionen übernehmen, aber du darfst die Schichten darunter nicht vernachlässigen.

Kümmere dich um ein solides Fundament, indem du dein WooCommerce möglichst schlank hältst. Reduziere die Anzahl der Ressourcen und die Datenmenge, die Nutzer für die Anzeige deines Shops herunterladen müssen.

Es bringt nichts, wenn du überflüssigen Ballast mit Hilfe eines CDNs schneller zu deinen Besuchern bekommst. Reduziere erst den Ballast. Dann kannst du darüber nachdenken, ob du den Transport der wirklich wichtigen Daten mit Hilfe eines CDNs nennenswert beschleunigen kannst.

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